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Danone transportiert 5.000 Kühe nach Russland

Der französische Getränke- und Lebensmittelkonzern Danone will 5.000 Holstein-Rinder nach Sibirien importieren. Darüber berichtet die US-Nachrichtenseite Bloomberg.

Das erstmals im August 2014 verhängte Embargo auf Lebensmittel aus dem Westen hat offenbar die Milchpreise in Russland hochgetrieben.

Um Produktionskosten zu sparen, importiert der europäische Joghurt-Hersteller eigene Kühe aus den Niederlanden und Deutschland nach Russland. Nach Angaben des Russland-Chefs bei Danone, Charlie Cappetti, werden die Tiere 4.500 km per Lkw in die westsibirische Stadt Tjumen geliefert.

Durch die Maßnahme soll das Unternehmen vor steigenden Rohmilch-Preisen geschützt werden. Diese seien 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent angestiegen. „Milchpreise steigen beständig. Das bringt Produkte wie Joghurt unter Druck“, erklärte Cappetti gegenüber Bloomberg.

Die Milchproduktion wurde im Mai 2017 aufgenommen, im September sollten sämtliche Tiere auf dem Betrieb eingetroffen sein.

Lebensmittel-Embargo auf EU-Produkte

Normalerweise investiere der Konzern nicht in die Landwirtschaft, versicherte der Manager. Bei Russland müsse jedoch eine Ausnahme gemacht werden. Grund dafür sei das zuletzt bis Ende 2018 verlängerte Lebensmittel-Embargo, das Russlands Präsident Wladimir Putin als Reaktion auf die im Zuge der Ukraine-Krise verhängten westlichen Sanktionen eingeführt hatte.

Nachdem Käseprodukte wie französischer Camembert oder italienischer Pecorino aus den russischen Einkaufsregalen verschwunden sind, sei die Nachfrage nach Rohmilch enorm angestiegen. Deshalb habe sich Danone dazu entschieden, gemeinsam mit dem lokalen Produzenten Damate in einen Betrieb von 60 Hektar zu investieren.

„Wir hoffen, dass der Milchpreis im kommenden Jahr weniger steigen wird“, so Cappetti. Ihm zufolge werde die neue Produktion in Sibirien dazu beitragen, Angebot und Nachfrage auf dem russischen Markt zu stabilisieren.

Nichtsdestotrotz erklärte Cappetti, dass Danone nicht mit einer schnellen Erholung der russischen Wirtschaft rechnen könne. Jedoch seien die Verkäufe in der 1. Jahreshälfte 2017 angezogen. Auch für 2018 erhoffe sich der Konzern steigende Verkaufszahlen.

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