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Ostexperte.deVon

Daimler-Kamaz RUS plant SpezInvestKontrakt in Tatarstan

Der russische Fahrzeugbauer KAMAZ und der deutsche Autohersteller Daimler planen offenbar die Unterzeichnung eines Sonderinvestitionsvertrags („SpezInvestKontrakt“). Im gemeinsamen Werk in Nabereschnyje Tschelny in der Republik Tatarstan wollen beide Unternehmen ab 2019 Fahrzeugkabinen für Mercedes-Benz-Lkw produzieren.

Dies bestätigte eine Sprecherin von KAMAZ gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax. Sie rechnet mit der Inbetriebnahme im 1. Quartal 2019. Die Montage der Einrichtung beginnt schon 2017. Die geplante Produktionskapazität liegt bei 55.000 Fahrzeugkabinen pro Jahr. Das Joint-Venture Daimler-Kamaz RUS soll vom Bau der Kabinen profitieren.

Finanzierungsinstrument für ausländische Unternehmen

Der russische Industrieentwicklungsfonds (FRP) hat gegenüber Wedomosti behauptet, dass Daimler-Kamaz RUS keine Dokumente in Bezug auf einen SpezInvestKontrakt eingereicht habe. Das Finanzierungsinstrument wurde 2015 vom Industrieministerium ins Leben gerufen. Ausländische Investoren profitieren dabei von Vergünstigungen und Rechtssicherheit.

Das erste Unternehmen, das einen SpezInvestKontrakt unterzeichnet hatte, war der deutsche Landmaschinenhersteller Claas. Sogar Bundesaußenminister Sigmar Gabriel besucht zuletzt das Claas-Werk für Traktoren und Mähdrescher im südrussischen Krasnodar. 2017 folgte eine Unterzeichnung durch Daimler für ein geplantes Mercedes-Benz-Werk bei Moskau.

Mercedes-Benz-Werk bei Moskau

Hintergründe dazu: Die neue Fabrik im Moskauer Gebiet soll im Industriegebiet „Jesipowo“ 35 Kilometer nordwestlich von Moskau entstehen. Geplant ist der Bau von Geländewagen der Modelle Mercedes GLE, GLS und GLC sowie von Limousinen der E-Klasse. Die Produktion soll im 1. Halbjahr 2019 anlaufen. Die Kapazitäten betragen 25.000 bis 30.000 Pkw pro Jahr.

Aber nun zurück zum Werk in Nabereschnyje Tschelny.

Nach Angaben der KAMAZ-Sprecherin will Daimler-Kamaz RUS alle Dokumente für einen SpezInvestKontrakt im August 2017 einreichen. Die Entscheidung erhofft sich das Joint-Venture im Laufe des kommenden Jahres. Die gemeinsame Investition beträgt 400 Mio. Euro, erklärte Kamaz-Generaldirektor Sergej Kogogin. Der Großteil davon entfällt auf Daimler.

Montagewerk in Nabereschnyje Tscheln

Das deutsch-russische Joint-Venture betreibt bereits ein Montagewerk in Nabereschnyje Tschelny. Ab 2019 soll an derselben Stelle eine vollwertige Produktion entstehen, erklärte CEO Heiko Schulze im Interview:

„Das heutige Werk in Nabereschnyje Tschelny ist ein reines Montagewerk. Im neuen Werk, das am selben Ort gebaut wird, werden wir ab 2019 komplett eigene Fahrerkabinen herstellen. Das neue Werk wird auf dem neuesten Stand der Technik sein, sprich vollautomatisiert.“

Für das aktuelle Montagewerk besteht bereits eine Vereinbarung mit der Regierung. Das Joint-Venture erhält Unterstützung bei der Einfuhr von Komponenten. Im Gegenzug ist es verpflichtet, den Lokalisierungsgrad zu erhöhen. Doch der Vertrag soll in zwei Jahren auslaufen, erklärte Wladimir Bespalow, Analyst bei der Investment-Bank VTB Capital.

Laut dem Branchenportal Autostat plant Daimler-Kamaz Rus bis zum Jahre 2022, rund 100 Mrd. Rubel (ca. 1,4 Mrd. Euro) in das Werk in Nabereschnyje Tschelny zu investieren. Dies soll eine Kamaz-Sprecherin auf der Industriemesse Innoprom in Jekaterinburg behauptet haben. Geplant sei auch die Entwicklung eines neuen Kamaz-Modells.

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