Corona-Datenleck in Moskau

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Daten von Moskauer Covid-19 Patienten veröffentlicht

Vor nur wenigen Tagen noch wurde sie ausgezeichnet, die digitale Strategie der Stadt Moskau im Kampf gegen Corona – mit dem „Runet-Preis“, vergeben bei einem landesweiten Wettbewerb. Doch der Ruhm schmilzt wieder: das Moskauer Bürgermeisteramt gab bekannt, dass etwa 300.000 Moskauer Covid-19-Patienten von einem riesigen Datenleck betroffen sind.

Aufgedeckt wurde der Vorfall von dem Online-Nachrichtenportal Readovka. Demnach wurden neben vollständigen Namen der Patienten auch Adressdaten und Corona-bezogene medizinische Informationen online zugänglich gemacht. Jedoch sei kein Hackerangriff für das Datenleck verantwortlich, wie die Moskauer Behörden auf Nachfrage mitteilten. Sondern: es handele sich um einen Mitarbeiterfehler. „Es gab keine Hacks oder andere nicht autorisierte Eingriffe in die Arbeit der Informationssysteme der Moskauer Regierung“, versicherte die Stadtverwaltung.

Dort wird dem Fehler bereits nachgegangen. Eduard Lysenko, Leiter der IT-Abteilung sagte dazu: „Es werden Maßnahmen ergriffen“, basierend auf den Ergebnissen der laufenden Untersuchung.

Bereits im Frühjahr sahen sich russische Coronavirus-Patienten einer massiven Welle von Datenklau-Attacken ausgesetzt: Ihre Identitäten und privaten Daten wurden über Messaging-Apps und soziale Medien öffentlich gemacht. Wie das Nachrichtenportal Meduza berichtete, „zielten die Angriffe oft auf Lecks medizinischer und strafrechtlicher Daten, die direkt von Ärzten und Polizisten selbst stammten. Die Beklauten wurden dann online und gelegentlich auch persönlich belästigt, wobei Fremde sie und ihre Familien bedrohten.“

Quelle: East-West Digital News

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