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Ostexperte.deVon

Der Immobilienmarkt verändert sich, aber nur leicht

Die Corona-Krise hat auch die globalen Immobilienmärkte beeinflusst. Neben Städten wie Moskau oder Seoul sind auch in China Auswirkungen auf die Immobilienbranche zu erkennen. Aufgrund der Lockerung der Kreditvergabe durch die chinesische Zentralbank ist unter anderem in Shanghai, Shenzhen und Hangzhou ein Wertanstieg von bis zu 2 Prozent der Wohnimmobilien zu erkennen. Im Gegensatz dazu konnten jedoch in Peking und Guangzhou leichte Rückgänge bis 0,7 Prozent verzeichnet werden.

Einen deutlichen Rückgang der Immobilienpreise erlebten die Städte im asiatisch-pazifischen Raum. Bangkok lag mit minus 2,7 Prozent im unteren Drittel, während sich der Verfall der Preise in Hongkong und Sydney mit minus 4,2 und 4,5 Prozent am stärksten bemerkbar machte. Damit gehören diese Städte zu jenen mit dem größten Rückgang in der ersten Jahreshälfte 2020 weltweit. Das größte Plus konnten schließlich Moskau und Seoul mit 5,5 Prozent verzeichnen, wobei Moskau bereits eine der teuersten Luxus-Städte der Welt ist.

In China werden derzeit jedoch kaum noch Neuinfektionen mit dem Virus gemeldet. Damit scheint es so, als wäre dort bereits die schlimmste Zeit der Corona-Welle überstanden. Die Volksrepublik meldete bereits, die Auswirkungen und weitere Verbreitung des Virus endlich im Griff zu haben, doch bleibt dies nicht ohne weitere Folgen. Die Nachbeben sind deutlich spürbar – nicht nur in China, sondern weltweit. Die Wirtschaft liegt nahezu brach und auch eine spürbare Normalität kann weiterhin nicht erreicht werden. Zu groß ist der Schaden, den das Virus verursacht hat.

Schon vor der Krise gab es Probleme

Bereits vor der Corona-Krise war der Immobilienmarkt Chinas überhitzt. Auch die Spanne von Arm und Reich ist in fast keinem Land so breit, wie in China. Wo manche von etwas mehr als 100 Euro im Monat leben müssen, verzeichnet Peking die höchste Millionärsdichte weltweit. Zu sehen ist das auch am Immobilienmarkt, wo die Reichen nun wieder fleißig investieren, während andere nur noch das Nötigste einkaufen.

Die Mieten sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, teilweise um 15 bis 20 Prozent. Für wenige Quadratmeter müssen Bewohner hier schon tief in die Tasche greifen, geschlafen wird schließlich auf einem Dauerschlafsofa, welches abends zum Bett umgewandelt werden kann. Meist teilt man sich kleine Wohnungen schon mit mehreren Mitbewohnern, denn in Städten wie Peking sind die Preise für Immobilien enorm.

Deutlicher Rückgang der Neubauten und Hauskäufe

Erst seit dem Rückgang der Infektionszahlen sind die Auswirkungen deutlich sichtbar. Angebot und Nachfrage stagnieren, gingen zurück und die geringe Liquidität der Einwohner hat demnach natürlich auch Auswirkungen auf den Immobiliensektor Chinas. Die Neubauten in der ersten Jahreshälfte verzeichneten einen Rückgang von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ging aus dem Bericht der S&P Global zurück. Die Quarantäne und das knappe Geld schreckten die Menschen ab, ein solches Projekt zu stemmen.

Ein Haus kaufen stand dabei ebenfalls nicht mehr auf der Agenda, weswegen auch diese Investition um 40 Prozent zurückging. Genau das ist aber gefährlich, denn der chinesische Immobiliensektor trägt zu 25 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Das macht nochmal deutlich, wie wichtig die Immobilienwirtschaft für das Land ist. Glücklicherweise konnten nun aber schon erste Erholungen des Marktes erkannt werden. Nach dem Einbruch im Februar geht es nun bei renommierten Bauträgern erstmals bergauf.

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Titelbild: Photo by Macau Photo Agency on Unsplash

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