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Thorsten GutmannVon

„One Belt, One Road“: China setzt auf Neue Seidenstraße

Der chinesische Staatschef Xi Jinping verfolgt einen ehrgeizigen Plan. China will Milliarden in die Neue Seidenstraße investieren. Geplant ist ein gigantisches Infrastruktur-Netz von Europa über Zentralasien bis in den Mittleren Osten. Durch die Wiederbelebung der antiken Seidenstraße will Peking seine Vorreiterrolle in der Weltwirtschaft ausbauen.

Doch welche Länder sind an der „Belt and Road Initiative“ (BRI) überhaupt beteiligt? Wie ist der Verlauf der interkontinentalen Route, die rund 35 Prozent der Weltwirtschaft umfasst? Ostexperte.de gibt Ihnen eine Übersicht zum aktuellen Stand der Neuen Seidenstraße.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Die antike Seidenstraße
  2. Chinas „One Belt, One Road“-Initiative
  3. Wieso die Seidenstraße ein Erfolg werden könnte
  4. Kritik an der Neuen Seidenstraße
  5. Die wichtigsten Projekte der „New Silk Road“

Die antike Seidenstraße

Rund 130 v. Chr. entstand im Kaiserreich China unter Herrschaft der Han-Dynastie ein loses Handelsnetz aus der damaligen Hauptstadt Xi’an bis zur griechisch-römischen Metropole Antiochia im Mittelmeerraum.

Die etwa 6.400 Kilometer lange Route führte von der Chinesischen Mauer durch die Taklamakan-Wüste, das Pamirgebirge, Afghanistan und die Levante bis ins heutige Westeuropa.

Die antike Seidenstraße ermöglichte den Austausch von Handelsgütern und Ideen zwischen den Großreichen China und Rom. Seide und Wolle gelangten westwärts, Silber und Gold gen Osten.

In den späteren Jahrhunderten gewann die Seidenstraße immer stärker an Relevanz. Sie spielte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Zivilisationen in China, Korea, Japan, Indien, Persien, Europa, Arabien und am Horn von Afrika. Nicht nur Handelsgüter, sondern auch Philosophien, Religionen und Technologien wurden ausgetauscht. Mitte des 14. Jahrhunderts sollen über die Route Pestbakterien von Asien nach Europa gelangt sein, die dort den Schwarzen Tod brachten.

Spätestens mit der Expansion europäischer Seemächte in der Frühen Neuzeit ab dem 14. Jahrhundert verlor die Route an Bedeutung. Der Handel auf der Seidenstraße wurde durch Schiffe ersetzt. Einstmals blühende Kulturen wurden auf Jahrhunderte vergessen.

Baktrer, Sogder, Syrer, Juden, Araber, Perser, Armenier, Turkmenen, Chinesen, Georgier, Inder, Griechen, Somalier und Römer nutzten die antike Seidenstraße für Handelsgeschäfte. (vgl. Hansen, Valerie – „The Silk Road“, 2012, S. 218)

Wie Xi Jinping die Seidenstraße wiederbeleben will

Für eine sehr lange Zeit verschwand die Seidenstraße in den Wirren der Menschheitsgeschichte – bis der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping im September 2013 das größte und teuerste Infrastruktur-Projekt aller Zeiten vorstellte. Im Zuge eines Staatsbesuchs in Kasachstan kündigte Xi an, die antike Seidenstraße unter dem Titel „One Belt, One Road“ wiederbeleben zu wollen.

Was wir bisher über die Neue Seidenstraße wissen:

  • China will mehr als eine Billion US-Dollar in das Infrastruktur-Netz investieren. Geplant ist die Finanzierung von Pipelines, Kraftwerken, Straßen, Eisenbahnen, Häfen und Flughäfen im eurasischen Raum. Die Initiative soll den chinesischen Einfluss in der Welt ausbauen.
  • Mehr als 65 Länder wollen sich an der Initiative beteiligen.
  • Nach Fertigstellung der „One Belt, One Road“-Initiative sollen rund 65 Prozent der Weltbevölkerung bzw. 30 Prozent des globalen BIP ein Bestandteil der Seidenstraße sein.
  • Das geplante Projekt umfasst eigentlich zwei Routen. Der nördliche „Silk Road Economic Belt“ verläuft von China über Zentralasien, den Iran, die Türkei und die russische Hauptstadt Moskau bis nach Zentral- und Westeuropa.
  • Die südliche „Maritime Silk Road“ soll Chinas Seehandel mit Südostasien, dem Mittleren Osten, Ostafrika und Europa verbinden.
Verlauf der Neuen Seidenstraße von China bis nach Europa.

Verlauf der Neuen Seidenstraße: Sechs Handelskorridore („Belt“) und eine Verbindung über das Meer („Road“). Quelle: hakule / Shutterstock.com

Fünf Gründe, wieso die Neue Seidenstraße ein Erfolg wird

Die „One Belt, One Road“-Initiative wird ohne Zweifel tiefgreifende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Sie könnte das Machtgefüge in Eurasien nachhaltig verändern. Früher wurde die Seidenstraße als „Achse der Welt“ bezeichnet. Experten sind sich sicher, dass die Kontrolle über diese Route einen entscheidenden geopolitischen Vorteil darstellt.

Selbstverständlich gibt es Zweifel und Kritik an Chinas Infrastruktur-Großprojekt. Doch dazu kommen wir später. Zunächst folgen fünf Gründe, wieso die Neue Seidenstraße laut des Wirtschaftsmagazins Forbes tatsächlich ein großer Erfolg werden könnte.

1) Eisenbahnen, Häfen, Straßen und Pipelines

Einer der wichtigsten Faktoren zur Entwicklung der Seidenstraße ist die physische Infrastruktur. China kontrolliert 77 Hafenterminals in Dutzenden Ländern. Zudem finanziert Peking den Straßenbau in Pakistan, die Konstruktion von Brücken in Bangladesch, die Errichtung von Kraftwerken in zahlreichen Ländern sowie die Entwicklung von Sonderwirtschaftszonen in Sri Lanka, Oman, Abu Dhabi, Malaysia und Myanmar. Darüber hinaus etabliert China ein Netzwerk von Öl- und Gaspipelines durch Zentralasien, Russland und Südostasien sowie Frachtverbindungen von Zentral- und Westchina bis nach Europa.

Zusammengefasst: China investiert in eine Welt, in der alle Wege durch Peking führen.

2) Freihandel und Zollabkommen

Eisenbahnlinien und Straßen sind nicht der einzige Bestandteil der chinesischen Initiative. Eine zentrale Rolle spielen ebenfalls zwischenstaatliche Abkommen. Handelsabkommen, Zollverträge und Hilfeleistungen sollen Chinas Einfluss in der Weltwirtschaft erhöhen. Zahlreiche Freihandelszonen wurden bereits errichtet. Zuletzt trat am 1. Januar 2018 ein Freihandel zwischen Georgien und China in Kraft. Zudem existieren Zollvereinbarungen mit Taiwan, Finnland und der EU. Auch mit Großbritannien plant China ein Zollabkommen.

Außerdem unterzeichnete Peking gemeinsam mit über 70 Ländern die TIR-Konvention („Transports Internationaux Routiers“), ein zollrechtliches Versandverfahren zur vorübergehenden Einfuhr bzw. dem Transit von Waren.

3) China besitzt ausreichende Finanzmittel

Um die Seidenstraße voranzutreiben, benötigt China viel Geld. Zum einen als Investor, zum anderen als Kreditgeber. Daran soll es nicht scheitern: Laut Zentralbank sind Chinas Devisenreserven nach einem Rückgang 2017 wieder auf Wachstumskurs. Im März 2018 sollen sie rund 3,1 Billionen US-Dollar betragen haben.

Traditionell stark ist vor allem der chinesische Handel. Nach Angaben von New York Times erwirtschaftet China monatlich einen Handelsbilanzüberschuss von rund 40 bis 60 Milliarden US-Dollar (Stand: Februar 2017).

Das sind die wichtigsten Geldgeber zur Entwicklung der Seidenstraße:

  • Der 2014 gegründete Seidenstraßen-Fonds,
  • Entwicklungsbanken wie China Exim-Bank und China Development Bank,
  • die von 57 Staaten gegründete Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB),
  • die von den BRICS-Staaten etablierte New Development Bank.

4) Dialog anstatt Konflikt

Die politische Weltlage wird immer gefährlicher. Washington und Pjöngjang streiten über das nordkoreanische Atomprogramm, Russland gerät ins Visier der NATO, überall im Nahen Osten toben bewaffnete Konflikte. Diese globalen Brandherde sind nicht im Interesse Chinas. Staatschef Xi nannte die Herausbildung von politischen Blöcken als Opposition zu anderen Blöcken ein „veraltetes geopolitisches Manöver“. Peking will stattdessen auf Partnerschaften setzen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Je mehr Länder eine freundschaftliche Allianz bilden, desto weniger Barrieren erschweren den globalen Handel.

Deshalb versucht China verstärkt, zwischen verfeindeten Nationen zu vermitteln und die Beziehungen zu verbessern: Israel und Iran, Aserbaidschan und Armenien, Russland und Ukraine, Pakistan und Indien, Nordkorea und USA.

Chinas Vision: Die Neue Seidenstraße könnte als weltweites Netzwerk dazu beitragen, Krisen zu entschärfen und die Globalisierung voranzutreiben.

5) Bilateralismus als Wunderwaffe

Experten bezeichnen die Neue Seidenstraße als eine Reihe von bilateralen Handels- und Entwicklungsverträgen zwischen zahlreichen Ländern. Es gibt laut Forbes „keine übergreifende Struktur“, „keine Mitgliedschaftsprotokolle“ und „keine vorgegebenen Standards“. Jedes Land führt Verhandlungen zu seinen eigenen Bedingungen.

Das hat einen entscheidenden Vorteil: Falls es zwischen Handelspartnern zu Konflikten kommt, gibt es keine destabilisierenden Konsequenzen für das gesamte Netzwerk. Zwischenstaatliche Probleme sollen laut China zukünftig mittels separater Verhandlungen gelöst werden.

Damit reagiert Peking auf den überraschenden Ausstieg der USA aus der Transpazifischen Partnerschaft (TPP). Australien und Neuseeland versuchen nach dem US-Rückzug verzweifelt, das multilaterale Freihandelsabkommen zu retten.

Aber auch der Ausstieg Großbritanniens aus der EU ist ein Beweis dafür, wie Partikularinteressen den Zusammenhalt einer Gemeinschaft gefährden können.

Kritik an der Neuen Seidenstraße

Viele Experten behaupten, dass es China nicht um Win-Win-Geschäfte geht, sondern um neue Absatzmöglichkeiten für den eigenen Markt. Peking wolle Überkapazitäten reduzieren und politischen Einfluss ausbauen. Überall wächst die Sorge vor einer chinesischen Dominanz. Der Vergleich mit der antiken Seidenstraße sei romantisierend, warnt Jonathan Hillman, Experte des Center for Strategic International Studies (CSIS), in der Washington Post.

Hillman bezeichnet die Neue Seidenstraße als Eliteprojekt und bezweifelt den Nutzen für die Allgemeinheit. Fragwürdige Finanzierung, exzessive Subventionen, Korruption, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und nationalistische Bestrebungen Chinas seien Grund zur Sorge. Die „One Belt, One Road“-Initiative sei ein Baustein zur Verwirklichung des „chinesischen Traums“. Präsident Xi erklärte selbst, dass China bis 2050 zur Supermacht heranwachsen soll.

Skepsis in Berlin und Brüssel

Vor allem in Europa sorgen Chinas Pläne für Verunsicherung. Ex-Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sagte im Zuge der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2018:

„Mit dem Aufstieg Chinas werden sich die Gewichte massiv verschieben. Die Initiative für eine neue Seidenstraße ist ja nicht das, was manche in Deutschland glauben, es ist keine sentimentale Erinnerung an Marco Polo. Sondern sie steht für den Versuch, ein umfassendes System zur Prägung der Welt im chinesischen Interesse zu etablieren. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Wirtschaft: China entwickelt eine umfassende Systemalternative zur westlichen, die nicht wie unser Modell auf Freiheit, Demokratie und individuellen Menschenrechten gründet.“

Auch der aktuelle Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD mahnt zur Zurückhaltung:

„Exemplarisch für Chancen und Risiken steht die Seidenstraßen-Initiative Chinas. Wir wollen hierzu eine europäische Antwort entwickeln, um unsere Interessen zu wahren, und deutsche und europäische Finanzinstrumente besser ausstatten und bündeln.“

Brüssel und Berlin kritisieren die mangelnde Transparenz von Ausschreibungsverfahren, Korruption entlang der Seidenstraße, mangelnde Umweltauflagen sowie unzureichende Menschenrechte. Zudem beobachtet die EU mit Sorge, dass China mittels Regionalorganisationen wie „16 plus 1“ entlang der europäischen Peripherie operiert und Bündnisse schließt.

Frankreichs Ministerpräsident Edouard Philippe mahnt: „Je nachdem, welche Regeln für dieses Vorhaben gelten, wird es ein Projekt der Zusammenarbeit oder der Herrschaft sein.“

Indien, Japan, Sri Lanka und Russland

Auch Indien betrachtet die Neue Seidenstraße als Gefahr für seine nationalen Interessen. Neu-Delhi fühlt sich eingekreist, weil China Allianzen mit Indiens Nachbarländern Pakistan, Bangladesch, Nepal und Sri Lanka bildet.

Chinas Erzfeind Japan will ebenfalls verhindern, dass Peking seinen Machtbereich ausdehnt.

Beide Länder bildeten eine strategische Partnerschaft als Opposition zur Seidenstraße. Ziel sei eine „freie und offene indo-pazifische Region“, in der Delhi und Tokio eine zentrale Rolle spielen.

2017 vertieften Indien und Japan auch ihre Zusammenarbeit mit Russland. Ein geplanter Nord-Süd-Transportkorridor soll den Indischen Ozean mit dem Persischen Golf und dem Kaspischen Meer verknüpfen. Obwohl der russische Präsident Wladimir Putin stets gute Beziehungen zu China pflegt, fürchtet Moskau um seinen Einflussbereich in Zentralasien. Chinas Investitionen in Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan gelten als akute Bedrohung für Russland.

Zudem kam es in Sri Lanka zu gewalttätigen Protesten, nachdem China einen 70-Prozent-Anteil am Tiefwasserhafen Hambantota erworben hatte. Die Demonstranten befürchten die Entstehung einer chinesischen Kolonie, die zu massiven Nachteilen für die Bevölkerung führen könnte.

Mangelnde Transparenz und schwierige Finanzierung

Ein weiteres Problem sehen Kritiker in der Finanzierung der Seidenstraße. Intransparente chinesische Staatskonzerne pumpen Milliarden in das Großprojekt. Sie tragen kryptische Namen wie COSCO, CREC, CRCC, CNGC und CMG. 2017 beschuldigte Präsident Xi einflussreiche Geschäftsmänner, „irrationale Investitionen“ getätigt zu haben. 2016 und 2017 waren vier Unternehmen für rund 18 Prozent (55 Mrd. USD) aller chinesischen Auslandsinvestitionen verantwortlich: HNA Group, Anbang Insurance Group, Fosun International und Wanda.

Darüber hinaus bezweifeln Wirtschaftsexperten, inwiefern viele Länder entlang der Seidenstraße zahlungsfähig seien. 27 beteiligte Staaten werden von drei führenden internationalen Rating-Agenturen auf Ramschniveau eingestuft. 14 weitere Staaten wurden bisher überhaupt nicht bewertet, so Bloomberg.

Laut einer Studie des Center for Global Development (CGD) weisen neun Länder ein besonders hohes Verschuldungsrisiko auf: Pakistan, Sri Lanka, Dschibuti, Kirgisien, Laos, Montenegro, Malediven, Mongolei und Tadschikistan.

Wichtige Projekte entlang der Neuen Seidenstraße

Über 65 Staaten sind an der Neuen Seidenstraße beteiligt. Es ist kein leichtes Unterfangen, den Überblick über die wichtigsten Schlüsselprojekte zu behalten. Im Folgenden zählen wir einige Zukunftspläne auf, die zur „One Belt, One Road“-Initiative beitragen sollen.

  • Im Jahr 2014 gründete China die Stadt Korgas an der kasachisch-chinesischen Grenze. Sie soll zu einem internationalen Logistik- und Handelsknotenpunkt ausgebaut werden.
  • Zahlreiche Akquisitionen von Trocken- und Seehäfen sollen Chinas Handelsnetze sichern. Derzeit besitzt Peking weltweit über 75 Hafenterminals.
  • China investiert in die Elektrisierung der Eisenbahn im Iran. In Zukunft soll die Verbindung um 3.200 Kilometer über Kasachstan, Kirgisien, Usbekistan und Turkmenistan bis in die nordwestchinesische Stadt Ürümqi verlängert werden.
  • Die 2017 gestartete Bahnverbindung Baku–Tiflis–Kars (BTK) könnte in Zukunft an die Neue Seidenstraße anknüpfen. Laut Experten sei es angesichts westlicher Wirtschaftssanktionen ein großer Vorteil, dass die Verbindung nicht durch Russland führe. Zudem besteht seit 2018 ein Freihandelsabkommen zwischen Georgien und China.
  • Die russischen Städte Moskau und Kasan sollen bald mit einem Hochgeschwindigkeitszug verbunden werden. Deutsche Unternehmen wie Siemens und chinesische Entwicklungsbanken wollen das Projekt finanzieren. In Zukunft könnte die Linie über 7.769 Kilometer nach Peking erweitert werden. Der Zug soll mit einer Geschwindigkeit von 400 km/h verkehren und könnte Chinas Hauptstadt in 33 Stunden erreichen.
  • In den vergangenen Jahren investierte China massiv in den Ausbau des russischen Hafens Zarubino im Fernen Osten. Mittels Hyperloop-Verbindung sollen Waren und Personen mit bis zu 4.000 km/h in die chinesische Hafenstadt Hunchun geschossen werden. Doch bisher klingen diese Pläne eher nach Science Fiction.
  • China vereinbarte zahlreiche Kooperationen mit Ländern in Zentralasien. Kasachstan liefert Öl, Gas, Uran, Kupfer, Zink und Eisen nach China. Zudem investieren chinesische Firmen in Kasachstans Landwirtschaft, Chemieindustrie sowie in Erneuerbare Energien. Auch Tadschikistan und Kirgisien hoffen auf positive Wirtschaftsimpulse.
  • Russland gilt als einer der wichtigsten Partner entlang der Neuen Seidenstraße. Seit 2016 ist Moskau Chinas wichtigster Rohöllieferant. 2017 gründeten beide Länder den russisch-chinesischen Investitions- und Kooperationsfonds. Zudem wollen Moskau und Peking gemeinsam Langstreckenflugzeuge und zivile Hubschrauber bauen.
  • 2017 entwickelte sich der Chinesisch-Pakistanische Wirtschaftskorridor (CPEC). Bis 2030 sollen zahlreiche bilaterale Kooperationen gefördert werden, vor allem im Energiebereich (Kohle, Wind, Wasserkraft und Solarenergie).

Wir freuen uns über weitere Impulse und Ideen zum Thema Neue Seidenstraße. Erfahrungsberichte, Kommentare und Anregungen können Sie uns gerne per E-Mail oder Nutzerkommentar mitteilen. Bis zum 31. Oktober 2018 freuen wir uns zudem über Ihre Teilnahme am Fotowettbewerb „Gesichter der Neuen Seidenstraße“, den Ostexperte.de gemeinsam mit dem Wirtschaftsclub Russland veranstaltet.

Fotoquelle

Titelbild: Sean Pavone / Shutterstock.com

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.