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Deloitte: China überholt USA bei Mobilfunkausbau

Nach Angaben des US-Beratungsunternehmens Deloitte hat China die USA beim Ausbau des 5G-Mobilfunkstandards überholt. Die Volksrepublik verfüge derzeit über 350.000 Mobilfunkmasten, zehnmal mehr als die Vereinigten Staaten.

Seit 2015 soll China rund 24 Milliarden Dollar für den 5G-Ausbau ausgegeben haben. Der Aufbau von neuen Netzen sei deutlich günstiger als in den USA. Der geplante 5G-Standard ist etwa 100-mal schneller als die bisherige LTE-Technologie und gilt als Wegbereiter für künftige Schlüsseltechnologien wie autonomes Fahren. Washington müsse sich beeilen, um im Wettrennen nicht weiter zurückzufallen, geht aus der Studie hervor.

Laut des britischen Beratungsunternehmens Analysis Mason geht Chinas Vorsprung auf eine Kombination aus „proaktiver Politik und industriellem Schwung“ zurück. Mithilfe des 5G-Netzes soll China bis 2025 zur globalen Technologie-Weltmacht werden und mit westlichen Unternehmen konkurrieren. Rund 400 Milliarden Dollar will die Regierung in Peking bis 2020 in den Netzausbau investieren.

Telekom-Ausrüster Huawei als treibende Kraft

Zu den Pionieren des 5G-Ausbaus zählt der chinesische Mobilfunk-Konzern Huawei, dessen globale Smartphone-Verkäufe im 2. Quartal 2018 sogar an Apple vorbeigezogen sind. Das Unternehmen agiert als einer der weltweit führenden Telekom-Ausrüster und ist auch in Ländern wie Südkorea, Japan, Frankreich, Italien und Kanada tätig.

5G soll weitreichende Veränderungen im Alltag bringen: Denkbar wären Echtzeit-Übersetzungen, intelligente Häuser mit vernetzten Haushaltsgeräten, effizientere Logistikketten und Automatisierungsprozesse in der Industrie. Wer das Wettrennen um den Mobilfunkstandard gewinnt, fährt voraussichtlich nicht nur große Gewinne ein, sondern kann die zukünftigen Hard- und Softwarestandards festlegen.

Auch die Vereinigten Staaten haben das Thema auf der Agenda. Handelsminister Wilbur Ross hatte den 5G-Ausbau als „Hauptanliegen der Regierung“ bezeichnet. China sei wegen seines starken Telekom-Sektors „militärisch, politisch und wirtschaftlich“ überlegen, heißt es in einem Dokument des US-Sicherheitsrates, das Anfang 2018 geleakt wurde. Huawei ist wegen eines Spionageverdachts vom US-Netzwerkmarkt ausgeschlossen, in Europa kooperiert der Konzern jedoch mit der Deutschen Telekom, mit Spaniens Telefónica sowie mit Großbritanniens Vodafone.

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Quelle: jamesteohart | Shutterstock.com

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