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Gibt es den klassischen Beruf für Frauen?

„Frauenberufe“ existieren – nicht nur als Klischee in den Köpfen, sondern ganz real auf dem Arbeitsmarkt, wo bestimmte Stellen ganz überwiegend weiblich besetzt werden. Dies gilt in Deutschland und Russland ebenso wie auf der ganzen Welt, wie eine Studie der Vereinten Nationen ermittelt hat. Die russische Stellenbörse superjob.ru hat die gängigsten Frauenberufe in Russland ermittelt. An erster Stelle steht dabei die Sekretärin, gefolgt von Kassiererin und Personalkauffrau. Es folgen auf den Plätzen vier bis zehn die Bibliothekarin, die Buchhalterin, die Krankenschwester, die Friseurin, die Psychologin, die Apothekerin und die Tourismusmanagerin.

Insgesamt, so Wissenschaftlerin Anna Otschkina von der Universität Pensa, seien Frauen in Russland beruflich recht erfolgreich und stellten 48 Prozent der werktätigen Bevölkerung. Typische „Frauenjobs“ seien Spezialisten oder mittlere Management-Positionen in schlechter bezahlten Branchen. Die Ursache sieht Otschkina darin, dass Frauen eine niedrigere „Karriere-Motivation“ hätten: ihnen sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtiger als Männern.

Berufe für Frauen

Der Beruf der Buchhalterin ist nach wie vor beliebt bei Frauen

Einen Trend sieht Otschkina in den vergangenen Jahren darin, dass mehr junge Frauen über eine optimale Kombination von Karriere und Familie nachdächten und bereits vor der Geburt ihrer Kinder den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn legten. Diese Tendenz sieht die Wissenschaftlerin bislang allerdings nur in Großstädten und gebildeten Bevölkerungsschichten.

Einige Berufe sind für Frauen in Russland nach wie vor praktisch unerreichbar. Bereits in sowjetischen Zeiten entstand eine Liste mit körperlich schweren oder gefährlichen Berufen, in denen die Nutzung weiblicher Arbeitskräfte verboten ist. Eine aktualisierte Version dieser Liste wurde im Jahr 2000 von der russischen Regierung veröffentlicht. Sie umfasst insgesamt 456 Berufe, die nur in extra zu genehmigenden Ausnahmefällen von Frauen ausgeübt werden dürfen, darunter etwa Stahlarbeiterin oder Zugführerin in der U-Bahn.

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