Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Thorsten GutmannVon

BASF eröffnet in Russland Werk für Bauchemie-Stoffe

Der deutsche Chemiekonzern BASF hat am Donnerstag ein neues Werk zur Herstellung von bauchemischen Stoffen in Sankt Petersburg eröffnet. In drei Produktionslinien sollen Betonzusatzmittel, alkalifreie Beschleuniger sowie Schmiermittel für Schildvortriebsysteme im Tunnelbau hergestellt werden. Dies geht aus einer offiziellen Pressemitteilung hervor.

Der BASF-Marktleiter für Russland und GUS, Christoph Roehrig, will die Konzernpräsenz im Land erhöhen. Die Wirtschaft soll durch „wachstumsorientierte und innovative Lösungen“ unterstützt werden, sagte er im Zuge der Eröffnungszeremonie. Die Fertigungstiefe der neuen Produktion liegt Eigenangaben zufolge bei 100 Prozent. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf ungefähr fünf Millionen Euro, erklärte Sergej Wetlow, Generaldirektor der BASF-Sparte Master Builders Solutions.

Anwesend waren u. a. die deutsche Generalkonsulin Dr. Eltje Aderhold, Vertreter der BASF-Führung sowie Unternehmen aus der nordwestlichen Region. Der bevollmächtigte Vertreter des russischen Präsidenten im Föderationskreis Nordwestrussland, Nikolai Zukanow, lobte den Konzern als „Weltmarktführer“ im Chemie-Sektor. Zudem erklärte er, dass Wladimir Putin um „langfristige Entwicklung“ der Industrie sowie um „Spitzentechnologien“ bemüht sei.

Der deutsche Chemiekonzern BASF eröffnet ein neues Werk in Sankt Petersburg.

Eindruck aus dem neuen BASF-Werk in St. Petersburg.

Produktion in Russland

Die Produktionslinien für Betonzusatzmittel und alkalifreie Beschleuniger existieren bereits seit Ende 2015 bzw. April 2016. Mit dem neuen Werk startet die dritte und letzte Produktionslinie für Schmiermittel im Tunnelbau. Laut Wedomosti liegt die Produktionskapazität bei 1.800 Tonnen pro Jahr. 2017 sollen nur russische Kunden beliefert werden. Über einen möglichen Export will der Konzern später entscheiden, sagte Wetlow.

Der deutsche Konzern produziert bereits Schmiermittel in Spanien. Durch das neue Werk könnte der Marktpreis fallen, schreibt Wedomosti. Die Sankt Petersburger Firma „Metrostroj“ hat bereits angekündigt, das Produkt erwerben zu wollen. „Die Qualität des Materials gefällt uns. Früher haben wir in Spanien gekauft, nun kaufen wir in Russland“, erklärte eine Vertreterin.

Die BASF-Sparte Master Builders Solutions betreibt in Russland zwei weitere Werke, nämlich in der Region Moskau und in Kasan. Ebenso existiert eine Verkaufsstelle in Nowosibirsk. Wedomosti zufolge sucht der Konzern nach einem Produktionsstandort in Sibirien, an dem Betonzusatzmittel und Trockenmischungen hergestellt werden sollen. Die Eröffnung sei 2019 oder 2020 geplant.

Der deutsche Chemiekonzern BASF eröffnet ein neues Werk in Sankt Petersburg.

Eröffnungszeremonie für das neue Werk zur Herstellung von Tunnel-Schmiermitteln.

 

Fotos

BASF-Pressebilder

 

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.