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Regierung plant teuerste Autobahn Russlands

Im Mai 2018 eröffnete Präsident Wladimir Putin die Krim-Brücke, die das russische Festland mit der Halbinsel verbindet. Bald soll die Brücke auch für den Eisenbahnverkehr freigegeben werden. Bisher ist die Brücke nur über die südrussische Stadt Krasnodar erreichbar. Offenbar plant die Regierung eine neue Straße entlang der Schwarzmeerküste – bis zum berühmten Urlaubs- und Kurort Sotschi. Kostenpunkt: Ca. 21 Milliarden Euro.

Das russische Verkehrsministerium hat ambitionierte Pläne. Für rund 21 Milliarden Euro soll die Zufahrt zur Krim-Brücke bis nach Sotschi erweitert werden. Nach Angaben der russischen Wirtschaftszeitung Wedomosti diskutiert die russische Regierung derzeit mit Investoren über die Umsetzung des Großprojekts. Ausgangspunkt der neuen Verbindung soll der Badeort Dzhubga in der Region Krasnodar sein. Der russische Unternehmerverbund RSPP bestätigt das Vorhaben.

Rund 17 Unternehmen sollen laut RSPP an den Gesprächen teilgenommen haben. Dazu zählen große Industriekonzerne wie NLMK, Sewerstal und Nowatek. Bereits seit einem Jahr plant die Regierung eine neue Trasse zwischen Dzhugba und Sotschi. Sie soll rund 119,5 Kilometer lang sein – bei einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Zwar existiert bereits eine Straßenverbindung zwischen beiden Orten, jedoch gibt es dort häufig Staus und Unfälle.

Von der Krim bis nach Abchasien

Offenbar könnte die Straße sogar noch länger ausfallen: Im Gespräch ist eine Verbindung von der Hafenstadt Noworossijsk bis zur Grenze Abchasiens. Bisher dauert es ohne Stau rund 8,5 Stunden, um von der Krim-Brücke nach Abchasien zu gelangen. Die Strecke ist etwa 500 Kilometer lang. Dies soll durch den Bau einer neuen Trasse deutlich verbessert werden.

Die Pläne der russischen Regierung dürften auch politische Gründe haben. Mit dem Bau einer neuen Autobahn will Moskau den Status der Halbinsel Krim weiter manifestieren. Seit Eröffnung der Brücke kontrolliert Russland den Schiffsverkehr zwischen dem Asowschen Meer und dem Schwarzen Meer. Laut der Regierung in Kiew kommt es aufgrund von Kontrollen durch russische Behörden zu Handelsbeschränkungen für die ukrainischen Häfen am Asowschen Meer.

Fotoquelle

Krim-Brücke. Quelle: Uliya Krakos / Shutterstock.com

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