Hat sich Russlands Wirtschaft stabilisiert?

Ein Ende der Rezession der russischen Wirtschaft scheint in Sicht, Wachstum lässt aber noch auf sich warten. Für Optimismus ist es noch zu früh. Dennoch gab es in den letzten Wochen einige Meldungen, die dafür sprechen könnten, dass die Krise der russischen Wirtschaft nun zumindest ihren Tiefpunkt erreicht hat und es langsam wieder bergauf geht. Die Betonung … WEITERLESEN

Liste: Die 10 größten ausländischen Unternehmen in Russland

Welche ausländischen Unternehmen 2014 in Russland am meisten Umsatz machten. Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat in seinem russischsprachigen Teil eine Liste mit den größten ausländischen Unternehmen in Russland veröffentlicht. In den Top 10 befinden sich gleich drei deutsche Unternehmen und zwei Schweizer. Auf dem ersten Platz landet jedoch die französische Supermarktkette Auchan. Besonders: trotz eines Umsatzverlusts landet VW auf … WEITERLESEN

Merck Russia

Merck Russia: “Noch eine neue Fabrik hilft dem Land nicht”

Jürgen König von Merck Russia über die Russlandstrategie des Darmstädter Wissenschafts- und Technologiekonzerns. Der deutsche Konzern Merck KGaA (nicht zu verwechseln mit dem US-Konzern Merck & Co., Inc) will in Russland wachsen und stellt weitere Mitarbeiter ein. Dabei setzt er im Rahmen seiner Russlandstrategie in der Chemie- und Pharmabranche auf die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, … WEITERLESEN

Bier in einer Moskauer Craft-Bier Bar

Craft-Bier in Russland: Das Schweigen der Hähne

Warum der Hype um Craft-Bier in Russland bald ein Ende finden könnte. Indie-Biere erobern die russischen Theken – egal ob importiert oder lokal hergestellt. Doch ein neues Gesetz droht der Bier-Begeisterung der Russen den Hahn abzudrehen. Dieser Artikel ist zuerst in der Print-Beilage des Handelsblatts “Russia Beyond The Headlines” am 4. November 2015 auf Seite 11 … WEITERLESEN

Industrieminister Denis Manturov in Berlin

“Herr Minister, schützen Sie uns vor dieser Organisation!”

Wie eine Frage an den russischen Industrieminister in Berlin für den größten Applaus sorgte.

Industrieminister Denis Manturov in Berlin
Der russische Industrieminister Denis Manturov (Mitte am Mikrofon) beim Deutsch-Russischen Wirtschaftsdialog am 9.11.2015 in Berlin.

Bei dem Treffen der deutschen Wirtschaft mit dem russischen Industrieminister in Berlin ging alles zunächst seinen gewohnten Gang. Die deutschen Vertreter sprachen sich gegen die Sanktionen und für einen “Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok“ aus und die russische Delegation warb um Investitionen und Produktionslokalisierung in Russland. Am Ende sorgte aber eine kritische Frage für den größten Applaus der Veranstaltung.

Deutsche Vertreter gegen Sanktionen, russische Vertreter für Investitionen

Am Montag trafen sich in Berlin deutsche Wirtschaftsvertreter mit dem russischen Minister für Industrie und Handel, Denis Manturov. Bei einer Veranstaltung im Haus der Deutschen Wirtschaft mit dem Titel „Deutsch-Russischer Wirtschaftsdialog“ forderten die deutschen Vertreter, Eckhard Cordes vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und Volker Treier vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), ein Ende der Sanktionen. Einen “Einstieg in den Ausstieg aus den Sanktionen“. Soweit nichts Neues. Das war immer wieder gefordert worden und, dass die deutschen Unternehmen in Russland die Sanktionen überwiegend ablehnen und für wirkungslos erachten, ist ebenfalls nicht neu und zeigt sich in diversen Umfragen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer.

Minister Manturov warb gemeinsam mit den beiden mitgereisten Gouverneuren aus den Regionen Uljanowsk und Krasnodar für Russland als Investitionsstandort. Ebenfalls nicht unerwartet. Man brauche ausländische und gerade deutsche Investitionen und Unternehmen, die in Russland lokalisierten. Dazu hatte Manturov das Konzept der Special Investment Contracts mitgebracht, dass eine schnellere Bearbeitung von Investitionsanträgen vorsieht. 90, maximal 100 Tage soll die Bearbeitung nun dauern. Damit soll die Produktionslokalisierung stimuliert werden.

Nicht alles was neu ist, glänzt

Einige deutsche Unternehmen auf dem Podium wie Siemens oder DMG Mori (ehemals Gildemeister) berichteten von ihren Erfahrungen mit der Lokalisierung in Russland. Siemens hat ein Werk für Gasturbinen in St. Petersburg und eine Kompressoren-Fabrik in Woronesch eröffnet, DMG Mori kürzlich ein Werk für Werkzeugmaschinen in Uljanowsk. Siemens ging dabei nicht auf die Gerüchte ein, dass die Fabriken angeblich kaum ausgelastet seien. Am Rande der Veranstaltung wurde darüber allerdings gemutmaßt. Die Wirtschaftswoche berichtet ebenfalls von derartigen Vermutungen.

Dennoch klagte Siemens-Vorstandsmitglied Russwurm gegenüber dem Minister über den eingeschränkten Zugriff des Konzerns auf Staatsaufträge. Alle in- und ausländischen Anbieter hätten in Russland die selben Chancen, antwortete der.

Nach einem Werbe-Video der hochmodernen Maschinenfabrik von DMG Mori sagte der russische Minister stolz: „Ja, das ist in Russland.“ Und wünschte sich mehr Hochtechnologie in Russland. DMG Mori hingegen berichtete, man kämpfe mit den Sanktionen auf Dual-Use-Güter für seine Werkzeugmaschinen und lobte seinerseits die Kooperation mit den russischen Behörden.

Und natürlich wünschte sich auch Manturov ein Ende der Sanktionen und schmeichelte der deutschen Wirtschaft sie sei für Russland ein „Schlüsselpartner“.

Es ging sehr diplomatisch und vorsichtig auf der Veranstaltung zu. Für die wirkliche Überraschung sorgte daher am Ende eine Frage an den Industrie- und Handelsminister Russlands. Und für den meisten Applaus.

“Herr Minister, wer schützt uns vor Rospotrebnadsor?”

Gegen Ende der Veranstaltung meldet sich ein Herr mit einer Frage. Er heiße Stephan Schulte und arbeite bei einem Unternehmen aus dem Mittelstand, einem Hersteller von Aromen und Duftstoffen, der die Lebensmittelindustrie beliefere. Seine Frage können Sie sich ganz oben anhören oder über diesen Link auf Soundcloud.

Deutsch-Russischen Wirtschaftsdialog
Der Saal beim Deutsch-Russischen Wirtschaftsdialog war sehr gut gefüllt.

„Wir sind seit über 25 Jahren in Russland und haben alle Stürme überstanden. Aber jetzt sind wir fast dabei vor einer Firma namens „Rospotrebnadsor“ zu kapitulieren“, klagte er. Rostrebnadsor ist die russische Verbraucherschutzbehörde. In der jüngsten Vergangenheit ist sie durch viele umstrittene Urteile, insbesondere gegen ausländische Unternehmen aufgefallen (siehe dazu diesen Artikel auf Ostexperte.de). Unter anderem waren davon die deutschen Unternehmen Henkel oder MediaMarkt-Saturn betroffen. Die AHK Moskau sprach im Falle Henkels sogar von “Protektionismus mit neuer Dimension”, der durch die Organisation ausgeübt werde.

Auch der Fragesteller ist nicht gut auf sie zu sprechen. “Meine Frage ist nun: Wer schützt uns vor dieser Organisation?”, fuhr Schulte an den Minister gewandt fort. Der Saal applaudiert wie nie zuvor auf dieser Veranstaltung. Auf der Audioaufzeichnung von Ostexperte.de zeigt sich in diesem Moment etwa der größte Lautstärkepegel.

„Ich gebe Ihnen ein Bespiel: Man droht uns, die Produktion stillzulegen, weil wir keine Eisenabscheider haben“, erklärte er weiter, „aber Herr Minister, wir haben seit 25 Jahren kein Eisen mehr in der Produktion, sondern rostfreien Stahl.“ Das sei exemplarisch für Russland. Es gebe viele widersprüchliche gesetzliche Bestimmungen und Vorgaben. Und man brauche dabei staatliche Hilfe, um sicher für die Verbraucher zu produzieren. Man brauche keine Organisation, die mit Strafen drohe, Geld für den Staat oder für die eigenen Taschen erpresse. Das sei nicht zu akzeptieren.

„Sie wollen lokalisieren? Wir tun das!” Man habe in diesem Jahr investiert. Es sei eine schwere Entscheidung gewesen und er habe sein Unternehmen überzeugen können, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei. Und dann drohe man ihnen, die Produktion stillzulegen. „Unerhört!“, schloß Schulte von der Firma Symrise empört. Wieder Applaus. Offenbar hatte er damit vielen aus der Seele gesprochen.

Der Minister versuchte zu beschwichtigen: „Sie brauchen nicht zu kapitulieren.“ Man müsse gemeinsam daran arbeiten. Manturov schlug vor, das Unternehmen solle das Problem ausformulieren und eine Anfrage an Rospotrebnadsor stellen. Er werde das an seinen Kollegen weiterleiten und ein Treffen in Moskau organisieren.

Das wäre ein Fortschritt, denn oftmals beklagten sich die Unternehmen, die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor spreche nicht ausreichend mit ihnen.

UPDATE:

Nach einem Treffen der Firma mit Rospotrebnasor ist Symrise nun offenbar mit einer Geldstrafe davongekommen. Die Eisenabscheider (früher hatten wir sie fälschlicherweise “Eisenabschneider” genannt), muss die Firma allerdings trotzdem anbringen. Obwohl sie mangels Eisens nutzlos sind. Vorschrift ist nun einmal Vorschrift. Auch wenn die veraltet ist.

Mehr zum Besuch des Ministers

Die Deutsche Welle hat wie die Wirtschaftswoche ebenfalls von der Veranstaltung berichtet. Ostexperte.de hat zudem schon in seiner Tagesübersicht zum Russlandgeschäft über den Besuch des Ministers geschrieben und per Twitter von der Veranstaltung getickert:


Waren Sie ebenfalls beim Deutsch-Russischen Wirtschaftsdialog? Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Eindrücke mit uns teilen würden – unten in den Kommentaren oder auf unserer Facebook- oder Twitter-Seite.

[accordion open_icon=”camera-retro” closed_icon=”camera-retro”] [toggle title=”Fotoquelle” open=”yes”] Quelle:

Bilder, Video und Audioaufnahme von Simon Schütt [/su_spoiler]

 

Privatisierung in Russland: Liste der Staatsunternehmen bleibt vorerst lang

Russland überlegt kurz über eine Fortsetzung der Privatisierung. Russlands Föderale Agentur zur Verwaltung von Staatseigentum, Rosimuschtschestwo, hat eine schnellere Privatisierung von russischen Staatsunternehmen ins Gespräch gebracht, die aber gleich wieder vom Tisch ist. Die Liste der Firmen, die privatisiert werden sollen, ist lang, wird es aber wohl noch etwas bleiben. Rosneft, Aeroflot und RusHydro sollten schneller und unabhängig … WEITERLESEN

PLATON

Lkw-Maut in Russland ab 15. November

Am 15. November führt Russland die Lkw-Maut ein. Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 12 Tonnen müssen ab 15. November für die Nutzung von föderalen Straßen in Russland eine Mautgebühr zahlen.  Wenn Sie in Russland ab 15. November “Platon” begegnen, dann hat das nichts mit dem antiken Philosophen zu tun. Dennoch sollten Sie “PLATON” kennen, denn so heißt das neue … WEITERLESEN

Hotels in Moskau

Dieses Gesetz könnte Ihren Hotelaufenthalt in Russland besser machen

Ein neues Gesetz schreibt Hotels in Russland mehr Kundenfreundlichkeit und Transparenz vor. Russlands Hotels werden kundenfreundlicher – per Gesetz. Die Gäste dürfen sich mit den Neuerungen ab 21. Oktober über verpflichtende kostenlose Dienstleistungen und Transparenzmaßnahmen freuen. Das Gesetz ist auch vor dem Hintergrund der Vorbereitung auf die Touristen zur Fußball-WM 2018 zu sehen. Mit einem neuen Gesetz gelten ab … WEITERLESEN

Doing Business Ranking für Russland

Doing Business: Russland wird geschäftsfreundlicher

Beim Ranking der Weltbank zur Geschäftsfreundlichkeit landet Russland auf dem 51. Platz. Russland ist dem neuen Doing Business-Index der Weltbank zufolge geschäftsfreundlicher geworden. Einige wichtige Bereiche, in denen die die ausländischen Unternehmen im Land hohen Reformbedarf sehen, werden von dem Ranking allerdings nicht erfasst. Russland kann sich im Doing Business-Ranking der Weltbank für 2016 um … WEITERLESEN

Internations Event

Wie Sie als Expat in Russland neue Kontakte knüpfen

Welche sozialen Netzwerke Expats in Moskau verwenden können, um sich on- und offline zu treffen. Als Expat im Ausland ist es oft nicht leicht, Kontakte neben den Arbeitskollegen zu knüpfen – besonders, wenn man die Sprache im Gastland noch nicht so gut spricht. Die Freunde sind fern, der Kontakt zu Einheimischen noch schwer. Daher suchen … WEITERLESEN

Paket Potschta Rossii

Fünf Tipps für die russische Post

Was Sie beim Versand von Post von und nach Russland beachten müssen. Bei den Russen ist die russische Post („Potschta Rossii“) berüchtigt für ihre Unzuverlässigkeit und Langsamkeit. “Denen, die sich in diesem Jahr schlecht benommen haben, schickt Ded Moros [der russische Weihnachtsmann] die Geschenke mit der Potschta Rossii“, lautet etwa ein russischer Witz. Die Mitarbeiter … WEITERLESEN