Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Patrick VolknantVon

Russischer Arbeitsmarkt weist klare Gewichtung auf

Laut einer neuen Studie der Moskauer Higher School of Economics teilt sich die Hälfte aller arbeitenden Russen in gerade einmal 28 Berufsfelder auf. Dies berichtet die Tageszeitung Kommersant.

Die Higher School of Economics hat die russische Arbeitsmarktstatistik zwischen den Jahren 2000 und 2015 untersucht und festgestellt, dass sich die Berufe der Russen auf relativ wenige Arbeitsfelder beschränken. So sei ein Siebtel aller arbeitenden Russen in lediglich zwei Berufsgruppen tätig: als Fahrer oder als Verkäufer.

7 Prozent der Russen sind Kraftfahrer, 6,8 Prozent Verkäufer

Der Studie zufolge werden derzeit 72 Millionen Menschen in Russland beschäftigt. Zwar teilten diese sich auf insgesamt 450 unterschiedliche Berufsgruppen auf, jedoch arbeiteten die Hälfte aller Beschäftigten in lediglich 28 der insgesamt 450 Gewerbeformen. Somit seien es also verhältnismäßig wenige Berufe, die das Bild des russischen Arbeitsmarkts grundlegend prägten.

Wie die Auswertung zeigt, steht der Job des Kraftfahrers an erster Stelle der in den letzten 15 Jahren häufigsten Berufe. Rund 5 Millionen Russen und somit 7% aller Beschäftigten verdienen hiermit ihr Geld. Dicht auf die Fahrer folgen die Verkäufer (4,9 Millionen Menschen; 6,8% aller Beschäftigten) und an dritter Stelle steht  mit deutlich größerem Abstand  der Beruf des Mittelschullehrers (2,8 Millionen Menschen: 2,8% aller Beschäftigten).

Männer und Frauen häufig gleichmäßig verteilt

Die weiteren Jobs, die es in die Top Ten schaffen, sind Landwirte (2,5%), Finanziers (2,4%), Verlader (2,3%), Reinigungskräfte (2,1%), medizinisches Personal (1,9%), Sicherheitskräfte (1,8%) sowie Produktions- und Betriebsmanager (1,6%). Angesichts dieser Zahlen stellt die Higher School of Economics in ihrer Studie fest, dass die strukturelle Arbeitsmarktausrichtung sich in Russland wesentlich auf die Branchen Handel, Transport und das Finanzwesen konzentriert.

Was das Verhältnis von Frauen und Männern angehe, herrsche in den meisten Berufsfeldern eine gleichmäßige Verteilung. Wie sich jedoch feststellen lasse, sei das weibliche Geschlecht insbesondere im Gesundheitswesen, dem Handels- und Dienstleistungssektor sowie in der Buchhaltung übermäßig stark vertreten. Dasselbe gelte für Männer im Ingenieurwesen, der Industriearbeit und der Kraftfahrt.

Junge Berufstätige zieht es in die Wissenschaften

Zieht man das Alter der Arbeitenden in Betracht, so zeigen sich ebenfalls bedeutende Unterschiede. So sei der Anteil der Ökonomen unter jungen Menschen doppelt so hoch als bei älteren Russen und Russinnen. Noch deutlich könne man diese Trennung in den Bereichen Geisteswissenschaft und Informationstechnik erkennen.

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Patrick Volknant
Über den Autor

ist Autor bei Ostexperte.de.

Der freie Journalist studierte Germanistik und Philosophie in Freiburg und Leipzig.