Alles Wichtige über Wodka

Das klare Wässerchen aus dem Osten

In Osteuropa und Russland ein Klassiker, im Westen manchmal Stereotyp: Wodka, oder auch „Wässerchen“ genannt. Obwohl es ihn schon lange gibt, ist hierzulande nur wenig über ihn bekannt.  Woher kommt der Schnaps, wie wird er produziert – und welcher ist überhaupt gut?

Wodka, das “Wässerchen”, wie es korrekt übersetzt lautet, hat im Idealfall einen Alkoholgehalt von 40 % Volumenprozent. Erstmal urkundlich erwähnt wird der Wodka Anfang des 15. Jahrhunderts in Polen. Daher besteht das Land darauf, als Ursprungsland zu gelten. Allerdings beansprucht auch Russland diesen Titel für sich.

Wodka oder Vodka?

Rein grammatikalisch ist die Schreibweise “Wodka” im Deutschen und “Vodka” im Englischen korrekt. Viele Hersteller lassen sich hierbei allerdings einen kreativen Freiraum und nutzen die Schreibweise, die ihnen am besten gefällt.

Der Ursprung

Wodka hat sich seit dem 15. Jahrhundert zunächst in den osteuropäischen Ländern ausgebreitet. Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde er auch in westlichen Ländern populär. Eingeführt hatte ihn der Adel, der ihn als Seltenheit in den eigenen Reihen anpries. Auch, wenn die Rohstoffe damals eher einfach und billig waren.

Wodka ist ein Destillat, aber aus welchen Grundstoffen er gewonnen wird, ist nicht festgelegt, lediglich in Russland und der Ukraine gibt es ein Reinheitsgebot. In der Regel werden die hochprozentigen Tropfen heute jedoch nach wie vor aus Kartoffeln, Getreide (hauptsächlich Roggen und Weizen) oder Melasse gewonnen.

Aber nicht nur die Genießer von purem Wodka, sondern auch die Cocktail-Trinker schätzen die optisch unscheinbare Flüssigkeit. Es gibt viel Wissenswertes über Vodka.

Herstellung von Wodka

Beim Wodka ist die Reinheit und Weichheit ausschlaggebend. Die Maische wird mit Hefe vergoren und dann kann man das Ergebnis mit Destillationen und Filtrationen entsprechend beeinflussen.

Die Rohstoffe

Die Rohstoffe sind klassisch Kartoffel, Melasse und Getreide. Je nachdem beeinflussen sie auch den Geschmack und die Wertigkeit des Destillats.

Wodka aus Melasse gilt nicht als sehr hochwertig, da auch der Grundstoff Melasse ein Abfallprodukt aus der Zuckergewinnung ist. Meist wird dieser Rohstoff für die industrielle Massenproduktion genutzt. Er ist geschmacklich auch eher süß.

Kartoffel-Wodka hat in Polen und in der Ukraine eine lange Tradition und steht in der Wertigkeit klar über dem Melasse-Wodka. Aus Kartoffeln lassen sich bereits hochwertige Wodkas gewinnen. Auch dieses Destillat ist eher süß und schwer.

Im Stellenwert von Kennern am höchsten steht der Wodka aus Getreide, also Roggen oder Weizen. Dieser Wodka schmeckt leicht würzig, aber mild.

Mittlerweile wird auch mit Rohstoffen, wie zum Beispiel Trauben experimentiert, und das mit Erfolg. Das Ergebnis hat eine eher fruchtige Note.

Das Brennen

Wodka wird in sogenannten Säulendestillationen gewonnen. Je mehr Durchläufe, desto qualitativ hochwertiger und hochprozentiger ist das Destillat. Manche Produzenten destillieren ihren Wodka bis zu 200 Mal.

Die Wodka-Filtration

Die Filtration beeinflusst den Reinheitsgrad des Wodkas, der als Qualitätskriterium gilt. Hochwertige Destillate werden mehrfach gefiltert, um Rückstände, Schwebeteilchen und Fuselöle aus dem Produkt zu entfernen.

Die Hersteller gehen hier ganz unterschiedlich vor. Es gibt Aktivkohlefilter, Reinigung durch Milcheiweiß, Kältefiltration, oder die Reinigung durch Edelmetallfilter, wie Silber, Platin oder auch Diamanten.

Die Wirksamkeit ist nachweislich bei allen ziemlich gleich, aber da die Filtration ein entscheidendes Qualitätsmerkmal beim Wodka ist, setzten die Hersteller auf außergewöhnliche Materialien und nutzen dies gleich auch für das Marketing. Wer seinen Gästen ein gutes Destillat kredenzen möchte, der preist natürlich lieber die Diamantfiltration an, als eine Filtration mit Aktivkohle oder Sand.

Daran erkennt man einen hochwertigen Wodka

  • Die Reinheit nach der Filtration ist ein gutes Kaufkriterium. In der Regel vermerken die Hersteller, wie viele Filtrationen es gab, oder aber verwenden Namenszusätze, die über den Reinheitsgrad Auskunft geben. “Lux” ist zum Beispiel ein Begriff der für sehr hohe Reinheit steht. Oder auch “Nobel”, Wodka mit diesem Zusatz ist der mit dem allerhöchsten Reinheitsgrad.
  • Auf der Flasche ist immer auch der Rohstoff vermerkt (meist auf der Rückseite). Hier gilt: Melasse wird eher für Massenware verwendet, Getreide, wie Roggen oder Weizen gilt als hochwertiger Grundstoff für qualitativ gute Wodkas. Trauben basierende Wodkas sind sehr selten, aber hochwertig.
  • Wodka ist eines der wenigen Getränke, bei denen tatsächlich auch der Preis etwas über die Qualität des Produkts aussagt. Bei hochpreisigen Wodkas kann man auch als Laie davon ausgehen, ein gutes Destillat zu erwerben.
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