AHK RusslandVon

AHK-News zum Russlandgeschäft am 15. November 2018

Diese Meldungen stammen aus dem Morgentelegramm der AHK Russland. Das Morgentelegramm ist ein exklusiver AHK-Newsletter mit einer Nachrichtenübersicht zur Wirtschaft in Russland.


Ölpreise stabilisieren sich nach Sinkflug

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch nach einer heftigen Talfahrt in den vergangenen Tagen vorerst stabilisieren können. Händler begründeten dies mit einem Medienbericht, der auf die Möglichkeit einer deutlichen Förderkürzung durch den Verbund von Ölförderländern „OPEC+“ (darunter Russland) schließen lässt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete gegen Mittag 65,94 US-Dollar. Das waren 49 Cent mehr als am Dienstag. Die jüngste Stabilisierung folgt auf eine lange Verluststrecke. Seit Anfang Oktober sind die Ölpreise um gut 25% eingebrochen. Allein seit Wochenbeginn waren die Preise in der Spitze um 10% eingebrochen. Befeuert wurde der jüngste Preisrückgang durch eine skeptische Nachfrageprognose der OPEC. Das Ölkartell geht für kommendes Jahr von einem wesentlich geringeren Bedarf an OPEC-Öl aus. Die OPEC hatte im Oktober ihre durchschnittliche tägliche Produktion auf 127.000 Barrel erhöht und Russland um 50.000 Barrel, während die Produktion in Iran aufgrund der US-Sanktionen um 156.000 Barrel fiel.

Quellen: HandelsblattTheBell(RU), Vesti(RU), Interfax(RU), Vedomosti(RU), RBC(RU)


USA wollen Nord Stream 2 weiter bekämpfen

Die US-Regierung stellt sich weiterhin gegen das Projekt einer der Ostsee-Pipelineerweitererung Nord Stream 2. Der US-Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, erklärte: „Wir haben noch nicht alle Instrumente eingesetzt, die das Projekt ernsthaft untergraben oder stoppen könnten.“ Europa dürfe sich nicht einseitig von russischem Gas abhängig machen. „Wenn diese Philosophie nicht angenommen wird und Nord Stream weitergeht, dann hat der Präsident (Donald Trump) viele, viele andere Instrumente zur Verfügung, um zu versuchen, das Projekt einzudämmen und zu stoppen“, so Sondland. Der Botschafter bestritt, dass hinter der Drohung das Interesse der USA stehe, selbst Flüssiggas in Europa zu verkaufen. Es treffe auch die USA, wenn Europas Energieversorgung verletzlich sei. Gazprom-Chef Alexej Miller entgegnete auf die Drohung, 200 km seien bereits gebaut und der Rest werde auch fertig. Der Düsseldorfer Energieversorger Uniper rechnet derweil selbst im Falle von US-Sanktionen nicht mit Einbußen. Finanzvorstand Christopher Delbrück begründete dies in einer Telefonkonferenz damit, dass Russland bei US-Strafmaßnahmen eine Anschlussfinanzierung zugesagt hat. Die bislang von Uniper als Kredit bereitgestellte Summe von 500 Mio. Euro sei nicht in Gefahr, sagte Delbrück.

Quellen: ZEITN-TVSPIEGELMoscow Times(EN), NG(RU), RG(RU)


Zentralbank zu MwSt-Erhöhung

Das sich verschlechternde außenpolitische Klima und die Erhöhung der Mehrwertsteuer werden im ersten Quartal 2019 zu einer Verlangsamung des russischen Wirtschaftswachstums führen, prognostiziert die russische Zentralbank. Vor allem aufgrund der Umstellungsphase rechnet die Bank mit Druck auf die Wirtschaftsdynamik im ersten Quartal. Mittelfristig werde die Mehrwertsteuererhöhung aber keine Auswirkungen auf das Wachstum haben. Nichtsdestotrotz werde die schwächere Performance in den ersten drei Monaten das Ganzjahresergebnis beeinflussen.

Quellen:  Vedomosti(RU), OWC

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