AEB erhofft sich vom Petersburger Wirtschaftsforum Annäherung an Russland

Juncker trifft diese Woche Putin in St. Petersburg – die europäische Wirtschaft begrüßt das

Der europäische Unternehmerverband Association of European Businesses (AEB) erhofft sich vom Internationalen Petersburger Wirtschaftsforum, das diese Woche beginnt (16. – 18. Juni), eine Annäherung an Russland. Man begrüße den geplanten Besuch des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. In Petersburg soll Juncker auch mit dem russischen Präsidenten zusammentreffen.

„Ungeachtet aller Probleme sitzen wir auf demselben Kontinent“, sagte der AEB CEO Frank Schauff gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. „Aus unserer Sicht ist der Besuch von Juncker wichtig“, betonte er. Das letzte Treffen Junckers mit dem russischen Präsidenten Putin sei schon fast drei Jahre her.

Am Donnerstag, bestätigte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin, Dmitrij Peskow, dass Juncker in Putins Heimatstadt mit dem Präsidenten sprechen wolle. Als ein Thema, das dort behandelt werde, nannte Peskow den Bau der umstrittenen Gasleitung Nord Stream 2, der zweiten Pipeline zwischen Russland und Deutschland durch die Ostsee. Östliche EU-Mitglieder wie die baltischen Staaten oder Polen kritisieren den deutsch-russischen Alleingang.

Neben Juncker wird nach Angaben der russischen Seite auch der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger in der Stadt an der Neva erwartet. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat sein Kommen ebenfalls angekündigt.

Schauff: Talsohle wohl bald erreicht

AEB-Chef Schauff äußerte sich zudem: Russlands Wirtschaftskrise habe nur teilweise mit den Sanktionen zu tun. Wesentlicher sei der niedrige Ölpreis. Den Konjunkturdaten zufolge sei die Talsohle aber wohl bald erreicht. „Wir nehmen an, dass sich die Lage gegen Ende des Jahres bessert.“ Trotzdem werde die Wirtschaft erst 2017 wieder leicht wachsen. Man gehe davon aus, dass der Markt wahrscheinlich über die nächsten Jahre schwierig bleibe.

Die ausländischen Direktinvestitionen seien in den letzten Jahren gesunken. Das politische Risiko sei für viele Firmen wegen der Sanktionen schwierig zu kalkulieren. Aber auch Russland habe mit seinem Importersatz-Programm die Spielregeln für ausländische Investitionen geändert.

[accordion open_icon=“camera-retro“ closed_icon=“camera-retro“] [/su_spoiler] Quelle: kremlin.ru

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